Ambulante Unterstützung


Die ambulante Unterstützung richtet sich an Frauen und Trans*, die infolge ihrer Traumatisierungen Unterstützung dabei brauchen, ihren Alltag zufriedenstellend zu bewältigen. Ziel der ambulanten Unterstützung ist größtmögliche Selbstbestimmung und die Steigerung von Lebensqualität.

Zu erarbeitende konkrete Ziele können sein:

  • Erhalt und/oder Steigerung von psychischer Stabilität
  • Erhalt und/oder Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe
  • Verzicht auf destruktive Verhaltensmuster
  • Verwirklichung und Stärkung eigener Kompetenzen und Ressourcen
  • Entwicklung eines eigenen Lebensentwurfes
  • Aufbau bzw. Erhalt/Verbesserung eines stützenden sozialen Netzwerkes
  • Steigerung der Beziehungs-, Konflikt- und Auseinandersetzungsfähigkeit
  • Entwicklung einer erfüllenden Tagesstruktur und Freizeitgestaltung
  • Aufnahme und Durchführung einer Ausbildung, eines Berufes oder einer entsprechenden Tätigkeit
  • die langfristige, eigenständige, materielle Existenzsicherung
  • Erhaltung bzw. Verbesserung von Mobilität und Orientierung
  • Verbesserung der Realitätswahrnehmung und einer realistischen Selbsteinschätzung


Aus traumaspezifischer Perspektive setzt eigenMächtig e.V. folgende übergeordnete Ziele prioritär an, da ohne Erreichung dieser Ziele ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben nicht möglich ist:

  • Erarbeitung von sicheren und geschützten Lebensbedingungen
  • Beendigung von destruktiven Bindungen


Gemeinsam mit der Klient*in erarbeiten wir, welche Maßnahmen und Hilfen nötig sind, um ihre individuellen Ziele zu erreichen. Dies kann sehr unterschiedlich aussehen, möglich sind

  • beratende und stabilisierende Gespräche
  • Vermittlung, Erprobung und Verankerung stabilisierender Methoden
  • Üben und Begleiten von Behördengängen, Ärzt*innenbesuchen u.ä.
  • Anregungen und Unterstützung bei der Gestaltung des Tagesablaufes und der Freizeit
  • Hilfe im akuten Krisenfall
  • Kooperation mit Therapeut*innen, Ärzt*innen, Kliniken, gesetzlichen Betreuer*innen u.a.


Je nach Anliegen der Klient*in findet die Unterstützung in der eigenen Wohnung, in den Räumen von eigenMächtig e.V. oder auch in öffentlichen Räumen statt.

Auch der Umfang der Unterstützung richtet sich nach dem Bedarf der Klient*in und wird zu Beginn der Hilfe gemeinsam festgelegt. In der Regel handelt es sich um 1 - 3 Termine in der Woche.

Wir bieten ein Bezugsbetreuungssystem an. In aller Regel arbeiten wir im Tandem, d.h. die Klient*in hat zwei kontinuierliche Bezugspersonen, die sich die Betreuungszeiten untereinander aufteilen. Eine Vertretung im Urlaubs- und Krankheitsfall ist gewährleistet.

Auf unserem Flyer finden Sie die wesentlichen Informationen zur ambulanten Unterstützung in Kürze. → Flyer als PDF öffnen


Antragsstellung und Kosten

Unser Angebot der ambulanten Unterstützung nennt sich formal „ambulant betreutes Wohnen“ und ist eine Leistung der ambulanten Eingliederungshilfe gemäß §§ 53, 54 SGB XII. Kostenträger für das betreute Wohnen ist der Landeswohlfahrtsverband Hessen. Bedingung für die Inanspruchnahme des ambulant betreuten Wohnens ist eine chronifizierte psychiatrische Diagnose.

Die Antragsstellung:
Nach einem unverbindlichen Infogespräch mit uns erstellen wir gemeinsam mit der anfragenden Person einen Hilfeplan. In diesem Hilfeplan (IBRP) wird dargestellt, wie die aktuelle Situation aussieht, wo es hingehen soll, wofür Hilfe benötigt wird und wieviel Zeit dafür veranschlagt wird. Dieser Hilfeplan ist die Grundlage, auf der der Kostenträger entscheidet, ob und mit wieviel Stunden die Hilfe bewilligt wird. Um einschätzen zu können, ob die anfragende Person Anspruch auf das betreute Wohnen hat, verlangt der Kostenträger aktuelle Berichte oder Gutachten über die psychische Situation. Alternativ ist es auch möglich, Ärzt*innen oder Kliniken von ihrer Schweigepflicht zu entbinden, damit der Kostenträger dort die entsprechenden Informationen einholen kann.

Kosten:
Innerhalb bestimmter Einkommens- und Vermögensgrenzen trägt der Landeswohlfahrtsverband die Kosten für das ambulant betreute Wohnen. Hierfür verlangt der Kostenträger eine Überprüfung von Vermögen und Einkommen, entsprechende Unterlagen der anfragenden Person müssen eingereicht werden.

Bei Menschen, die das Betreute Wohnen nicht selbst zahlen, wird vom Kostenträger geprüft, ob nahe Angehörige mit einem geringen monatlichen Beitrag zu den Kosten belastet werden.

Bei der gesamten Antragsstellung werden wir Sie unterstützen, bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie mehr Informationen möchten oder einen ersten Infotermin vereinbaren wollen. Sie erreichen uns unter folgender Nummer: 0561-20191880 oder per mail unter info@eigenmaechtig.de.